Realistic Combine erweitert Mähdrescher und Feldhäcksler im LS 25 um ein dynamisches Ernte-, Leistungs- und Durchsatzsystem. Ertrag, Gutmenge, Motorleistung, Motordrehzahl und Fahrgeschwindigkeit hängen direkt miteinander zusammen.
Ein dünner Bestand belastet die Maschine wenig. Bei hohem Ertrag steigt die aufgenommene Gutmenge, der Motor wird stärker gefordert und die mögliche Arbeitsgeschwindigkeit sinkt. Wird die Verarbeitungskapazität überschritten, können Motordrehzahl und Fahrgeschwindigkeit einbrechen. Beim Mähdrescher steigen bei deutlicher Überlast zusätzlich die Ernteverluste.
Hersteller-Automatiken
Bei bekannten Maschinen erkennt Realistic Combine Marke, Modell beziehungsweise Baureihe und ordnet die passende Automatikfamilie des Herstellers zu.
RCL liest dabei nicht die reale Elektronik der Maschine aus und bildet die Herstellerprogramme nicht vollständig 1:1 nach. Stattdessen erkennt der Mod das Fahrzeug und überträgt das reale Funktionsprinzip der entsprechenden Hersteller-Automatik auf die Simulation im Farming Simulator.
Unterstützte beziehungsweise zugeordnete Automatikfamilien sind unter anderem:
CLAAS CEMOS AUTOMATIC / CRUISE PILOT
CLAAS JAGUAR CEMOS AUTO PERFORMANCE
John Deere HarvestSmart
John Deere Predictive Ground Speed Automation
Case IH Harvest Command
New Holland IntelliSense / IntelliCruise II
Fendt IDEALharvest / HarvestPlus
Rostselmash RSM Adaptive Cruise Control
KRONE BiG X ConstantPower
Wird beispielsweise ein passender CLAAS LEXION erkannt, kann RCL die Maschine der CEMOS-/CRUISE-PILOT-Familie zuordnen. Beim CLAAS JAGUAR wird die Häckslerregelung an CEMOS AUTO PERFORMANCE angelehnt, beim KRONE BiG X an ConstantPower.
Die erkannte Hersteller-Automatik ist nicht nur eine Bezeichnung im HUD. Das jeweilige Maschinenprofil bestimmt unter anderem Verarbeitungskapazität, Zielauslastung, Reaktionsverhalten und die zur Maschinenklasse passende Geschwindigkeitsregelung.
Kann bei einem unbekannten Fahrzeug keine Hersteller-Automatik eindeutig bestimmt werden, bleibt das komplette Realismusmodell trotzdem aktiv. RCL verwendet dann eine generische Last- und Durchsatzregelung und zeigt keine falsche Herstellerautomatik an.
Fahrzeugerkennung
Die interne Datenbank enthält derzeit 240 Mähdrescherprofile. Davon sind 204 konkrete Maschinenmodelle und 36 Baureihen- beziehungsweise Familienprofile aus rund 16 Herstellergruppen enthalten.
Die Profile berücksichtigen unterschiedliche Maschinenklassen und Dreschsysteme wie Schüttler, Rotor und Hybrid sowie unterschiedliche Leistungs- und Durchsatzbereiche.
Auch Mod-Mähdrescher werden erkannt
Realistic Combine ist nicht auf Fahrzeuge aus dem Basisspiel beschränkt.
Verwendet ein Mod-Mähdrescher die üblichen GIANTS-Fahrzeugfunktionen für Combine, Motor, Fahrfunktion und Maschinensteuerung, wird er automatisch als Erntemaschine erkannt.
Die Zuordnung erfolgt zuerst über das konkrete Modell. Wird dieses nicht gefunden, versucht RCL eine bekannte Baureihe beziehungsweise Maschinenfamilie zu erkennen.
Ist auch diese unbekannt, wird automatisch ein generisches Profil anhand der verfügbaren Fahrzeugdaten und insbesondere der Motorleistung erstellt.
Ein unbekannter Mod-Mähdrescher mit 300 PS erhält dadurch nicht dieselbe Verarbeitungskapazität wie eine unbekannte Maschine mit 800 PS.
Auch neue oder bisher nicht in der Datenbank enthaltene Mod-Mähdrescher können damit das komplette RCL-System verwenden.
Feldhäcksler und Mod-Häcksler
Feldhäcksler werden funktional anhand ihrer GIANTS-Fahrzeugtechnik erkannt und sind deshalb nicht auf eine feste Modellliste begrenzt.
Auch korrekt aufgebaute Mod-Feldhäcksler können automatisch erkannt werden.
Für Feldhäcksler verwendet RCL ein eigenes Frischmassemodell. Entscheidend sind Frischmassendurchsatz in t/h, Motorleistung, Einzug, Häckseltrommel, Auswurfbeschleuniger, Schnittlänge sofern vorhanden, Vorsatz, Hanglage und aktuelle Maschinenbelastung.
Beim Feldhäcksler gibt es bewusst keine Korn- oder Dreschverlustberechnung.
Bei bekannten Häckslern kann zusätzlich die passende Herstellerautomatik zugeordnet werden. Ein CLAAS JAGUAR kann beispielsweise CEMOS AUTO PERFORMANCE erhalten, ein KRONE BiG X ConstantPower.
Unbekannte Mod-Häcksler erhalten weiterhin das vollständige RCL-Leistungsmodell, auch wenn keine konkrete Herstellerautomatik zugeordnet werden kann.
Gras-Pickup
Eine Gras-Pickup wird separat von einem Maisgebiss behandelt.
Native GIANTS-Pickups und viele entsprechend aufgebaute Mod-Pickups werden automatisch erkannt.
Ein dünnes Schwad erzeugt wenig Materialfluss und erlaubt eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit. Bei einem schweren Schwad steigt besonders die Belastung des Einzugs. Dadurch kann zuerst die Pickup beziehungsweise der Einzug an seine Leistungsgrenze kommen, obwohl der Motor noch Reserven besitzt.
Dafür werden keine permanenten Schwad- oder DensityMap-Vollscans benötigt.
Kurzanleitung – Ernteautomatik
RCL verwendet den normalen GIANTS-Tempomaten.
RCL Auto einschalten:
Linke Strg + Linke Alt + A
Die Anzeige steht zunächst auf BEREIT.
Danach die gewünschte maximale Arbeitsgeschwindigkeit am normalen Tempomaten einstellen. Diese Geschwindigkeit ist die Obergrenze. RCL darf abhängig von der Maschinenbelastung automatisch darunter regeln.
Mähdrescher oder Feldhäcksler anschließend wie gewohnt einschalten und den normalen Tempomaten mit Taste 3 aktivieren.
Sobald Erntegut aufgenommen wird, wechselt RCL auf AKTIV und übernimmt die automatische Tempomatregelung.
Beispiel: Der Tempomat ist auf 12 km/h eingestellt. Bei dünnem Bestand kann die Maschine nahezu 12 km/h fahren. Steigt die Erntemasse, kann RCL beispielsweise auf 9, 7 oder 5 km/h reduzieren. Bei extremer Überlast ist auch Kriechgeschwindigkeit möglich.
Vorgewende
Sobald kein Gutstrom mehr vorhanden ist, gibt RCL nach kurzer Verzögerung die Geschwindigkeitsregelung frei, stellt die vorherige Tempomatgeschwindigkeit wieder her und schaltet den Tempomaten aus.
RCL Auto selbst bleibt eingeschaltet.
Nach dem Wenden einfach wieder in den Bestand fahren und Taste 3 drücken. Sobald erneut Gut aufgenommen wird, übernimmt RCL wieder.
Auf der Feldbahn automatische Leistungsregelung – am Vorgewende Kontrolle beim Fahrer.
Auswirkungen auf den Mähdrescher
Die tatsächlich aufgenommene Erntemenge beeinflusst Durchsatz, Motorlast, erforderliche Arbeitsdrehzahl, mögliche Fahrgeschwindigkeit, Belastung von Dresch- und Abscheidesystem sowie die Ernteverluste bei Überlast.
Auch der Strohhäcksler benötigt Leistung. Ist er eingeschaltet, steigt der Leistungsbedarf abhängig von Gut- und Strohmenge. Bei Schwadablage ist die zusätzliche Belastung geringer.
Die Simulation funktioniert auch bei ausgeschalteter Ernteautomatik.
Wer manuell zu schnell in einen schweren Bestand fährt, kann steigende Motorlast, einen Drehzahlabfall, natürliche Geschwindigkeitsverluste und beim Mähdrescher steigende Kornverluste erleben.
PS und Maschinenleistung
Motorleistung spielt eine echte Rolle.
Mehr PS bedeuten grundsätzlich mehr mögliche Verarbeitungskapazität und größere Leistungsreserven. Sie bedeuten jedoch keine unbegrenzte Geschwindigkeit.
Erntemasse, Maschinentyp, Vorsatz, Hanglage und momentane Belastung bleiben entscheidend.
Dadurch fühlt sich ein kleiner Mähdrescher oder Häcksler anders an als eine große Hochleistungsmaschine.
Hangfahrt
Bergauf benötigt bereits der Fahrantrieb zusätzliche Motorleistung. Dadurch bleibt weniger Leistungsreserve für Dreschwerk oder Häckselsystem und RCL reduziert die mögliche Geschwindigkeit früher.
Bergab wird nicht einfach unbegrenzt beschleunigt.
Integrierter Abfahrer-Sync
Realistic Combine enthält zusätzlich einen Fahrzeug-Sync für Mähdrescher, Feldhäcksler und Abfahrtraktoren.
Der Sync kann im Shop beziehungsweise in der Werkstatt nachgerüstet werden.
Folgefahrzeug / Traktor: 4.990 €
Harvester-Führungssystem: 5.990 €
Auch kompatible Mod-Traktoren, Mod-Mähdrescher und Mod-Feldhäcksler können über ihre GIANTS-Fahrzeugfunktionen erkannt werden.
Sync starten:
Linke Alt + U
Die Lenkung bleibt vollständig beim Fahrer. RCL synchronisiert hauptsächlich Fahrgeschwindigkeit und Längsabstand zur Erntemaschine.
Wird der Mähdrescher oder Häcksler aufgrund eines schweren Bestandes langsamer, reagiert auch das synchronisierte Abfahrgespann entsprechend.
Automatisches Wiederverbinden
Standardmäßig ist Automatisches Wiederverbinden EIN.
Wird die Verbindung beim Wenden oder durch einen zu großen Abstand pausiert, merkt sich RCL exakt die zuletzt verbundene Erntemaschine.
Kommt derselbe Mähdrescher oder Feldhäcksler wieder in Reichweite, wird die Verbindung automatisch fortgesetzt.
Der Abfahrer verbindet sich dabei nicht einfach mit einem anderen Harvester in der Nähe.
Performance und Multiplayer
Realistic Combine verwendet soweit möglich bereits vorhandene GIANTS-Daten und Fahrzeugfunktionen.
Es gibt keine permanenten Feld-Vollscans, keine permanenten Schwad-Vollscans und keine parallele komplette Pflanzenberechnung.
Vorhandene Motor-, Vorsatz-, Ernte- und Fahrzeugwerte werden bevorzugt direkt genutzt. Aufwendigere Berechnungen laufen in begrenzten Intervallen.
Fahrzeug- und Sync-Zustände sind für Multiplayer und Dedicated Server ausgelegt.
Ziel von Realistic Combine
Realistic Combine soll Erntemaschinen nicht künstlich langsam machen. Ziel ist, dass unterschiedliche Maschinen, Motorleistungen und Erntebedingungen auch tatsächlich unterschiedlich reagieren.
Wenig Erntemasse → mehr Geschwindigkeitsreserve
Viel Erntemasse → höhere Maschinenlast
Mehr PS → höhere mögliche Verarbeitungskapazität
Überlast → Motordrehzahl und Geschwindigkeit reagieren
Bekannte Maschine → passende Hersteller-Automatikfamilie
Unbekannter Mod → weiterhin realistisches generisches Leistungsmodell
Damit verbindet Realistic Combine Ertrag, Durchsatz, Motorleistung, Motordrehzahl und Fahrgeschwindigkeit zu einem deutlich realistischeren Ernteverhalten.
Realistic Combine – Combine & Forage Realism
Autor Sherman. Reup